Nachlese Härterei 2010
Die 26. Fachtagung "Härterei 2010" vom 18. und 19. März, hat in der immer noch
belastenden allgemeinen Krisenstimmung und den Nachwirkungen des für unseren
Beruf katastrophalen Wirtschaftsjahres 2009 unter dem Motto
"Talsole bereits erreicht!?" stattgefunden.
Zum Erfolg der Fachtagung haben 54 Fachleute aus Lohnhärtereien, der
Automobilzuliefer-industrie, Betriebshärtereien, dem Ofen- und Anlagenbau,
aus Instituten, Automation und Anbieter von Hilfsstoffen beigetragen.
Die Automobilindustrie, die seit längerer Zeit sehr sparsam mit außerbetrieblichen
Veranstaltungen umgeht, war dieses Mal (mit Ausnahme von Volkswagen und
Magna Powertrain), nicht anwesend. Nicht überraschend, da in den Führungskreisen
in der Automobilindustrie schon seit längerer Zeit der Werkstofftechnik allgemein und
der Wärmebehandlung insbesondere wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Unser Angebot, die Unterlagen der diesjährigen Veranstaltung kostenlos den
Fachleuten aus der Automobilbranche zur Verfügung zu stellen wurde von den
zuständigen Stellen konsequent ignoriert.
Die Thematik der Fachtagung war der aktuellen wirtschaftlichen Lage angepasst.
Der Bericht des Geschäftsführers des Industrieverbandes Härtetechnik (IHT)
Herrn Hölscheid hat gezeigt, dass der Tiefpunkt der Krise für Lohnhärtereien
zwar erreicht wurde und ein stetiger, zwar langsamer Aufstieg verzeichnet wird,
hat aber auch die Tendenzen und Gefahren der Zukunft in diesem Bereich aufgezeigt.
Vervollständigt wurde das augenblickliche Bild in der Lohnhärtung durch Vorträge von
Mautsch (Schwäbische Härtetechnik Ulm) und Hölken (Härterei Reese Bochum),
die Wege aufgezeigt haben, wie in widrigen Zeiten vorgesorgt werden kann und
Verluste durch technisches und wirtschaftliches Wissen minimiert werden.
Wie erwartet, haben zahlreiche Wortmeldungen, aus denen alle Teilnehmer
Lehren ziehen konnten, die Veranstaltung belebt.
Die Fachvorträge über Energieeffizienz in der Wärmebehandlung (Altena- Aichelin),
Überblick über Ofenanlagen und Kriterien der Beschaffung (Irretier - IBW),
Energierückgewinnung (Annenn - Verfahrenstechnik Annen) und Hilfsstoffe in
der Wärmebehandlung (Braun - Burgdorf Abschreckhärtetechnik) haben durch
ihre Aktualität das Interesse der Teilnehmer gefunden. Auch hier wurde
angeregt diskutiert. Gräfen (Hanomag) hat einen hervorragenden Überblick
über alle Wärmebehandlungsverfahren im Vakuum und Unterdruck vorgestellt
und Grün (Plateg) hat die Behandlungen im Plasma, ihren Anwendungsbereich
und die Wirtschaftlichkeit bei sinnvollem Einsatz hervorgehoben. Der Vortrag
von Andree Irretier (MPA Bremen) mit dem Thema Schadensanalytik und praktische
Hinweise zu besonderen Schadensfällen und deren Interpretation hat wertvolle Hilfe
gegeben und sich der allgemeinen Aufmerksamkeit gefreut.
Die drei Kurzvorträge, mit aktuellen Themen (Entsorgung von Restammoniak beim
Nitriere(Nitrocarburieren - Heinek Stange Elektronik, Eichung von Sauerstoffsonden
Im Betrieb -Körtvelessy - thermo-control und Schreiner (Prüfung der Ergebnisse
Unmittelbar nach dem Reinigen und on-line- Überwachung von Prozessflüssigkeiten
(u.a. Waschflotten, Kühlschmierstoffe, Hydrauliköle u.a.) haben die Teilnehmer über
Arbeiten der letzten drei Monate auf dem Sektor der Wärmebehandlung informiert.
Die Auswertung der Umfrage am Ende der Fachtagung hat ein positives Bild ergeben.
Die Teilnehmer haben die ansprechende Atmosphäre, in der wichtige Aspekte
Unseres Berufslebens besprochen wurden hervorgehoben und die Notwendigkeit eines
Jährlichen Treffens auf eben diesem Niveau unterstrichen. Die wertvollen Vorschläge
für künftige Themen werden von uns übernommen und zusammen mit weiteren
Vorschlägen aus der Fachwelt den Diskussionsstoff der zukünftigen Tagungen bilden.
Die Inhalte werden in Kürze auf unseren Seiten erscheinen und wir hoffen auf ein
reges Interesse und Einreichung von Beiträgen.
Die Gespräche während des geselligen Abendessen und die abschließenden Worte
haben den Erfolg der Veranstaltung betont und den Grundstein für die hoffentlich
noch erfolgreichere Fachtagung vom März/April 2011 gelegt.